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Zwischen Preussenadler und Hakenkreuz

Islam in Deutschland von 1739 - 1945

Vielen ist die lange Tradition des Islam in Deutschland nicht richtig bewußt. Der folgende Artikel gibt hierzu einen informativen Überblick. Der Untersuchungszeitraum ist beschränkt auf 1739 bis 1945.

Die Höhen und Tiefen der deutschen Geschichte sind auch an den Muslimen nicht spurlos vorbeigegangen.

1. Deutscher Islam - Islam in Deutschland

In der Bundesrepublik Deutschland leben gegenwärtig etwa 3 Millionen Anhänger des Islam. Davon sind ca. 400.000 muslimische Flüchtlinge aus dem ehemaligen Jugoslawien (Bosnier bzw. Kosovo-Albaner), ca. 350.000 Araber aus Nordafrika und den Staaten des Mittleren Ostens und ca. 2.100.000 Türkische Muslime von denen wiederum ca. 200.000-400.000 Aleviten sind. Ihre religiösen, kulturellen und sozialen Bedürfnisse sind in den letzten Jahren zu einem gesellschaftspolitischen Problem ersten Ranges geworden, das von den Politikern aller Parteien, von den Gewerkschaften und Kirchen oft sehr kontrovers diskutiert wird. Die deutsche Bevölkerung wird sich verstärkt bewußt, daß die muslimischen Einwanderer größtenteils gläubige Menschen sind, die großen Wert darauf legen, auch in einer von der christlichen Kultur geprägten säkularen Umwelt ihren Glauben zu praktizieren.

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Max von Oppenheim und der Heilige Krieg

Zwei Denkschriften zur Revolutionierung islamischer Gebiete 1914 und 1940

 

Z W E I M A L legte Max Freiherr von Oppenheim Pläne vor, um in den Weltkriegen islamische Gebiete der Feinde zu revolutionieren. Zwar vermochte es dieser deutsche Diplomat nicht, damit die Waffengänge ent- scheidend zu beeinflussen, doch machte er sich, zumal er diese Idee in den Sprachen des Islams massiv verbreiten ließ, zu einem Wegbereiter der islamis- tischen Auslegung des Heiligen Kriegs. Wenn eine Geschichte der Djihad1- Semantik geschrieben wird, wären daher nicht nur herkömmliche islami- sche Lehren des Glaubenskriegs auszuloten, sondern auch die politisierten Pläne des Djihads, die Nicht-Muslime wie Max von Oppenheim aus Eigennutz für die Muslime entwickelt haben.
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Neuanfänge muslimischen Gemeindelebens in Berlin nach dem Krieg

Ein Vortrag von Mohammad Aman Hobohm
Aus der Vortragsreihe der Islamischen Hochschulvereinigung an der Universität Köln im WS99/00.

Als ich die Berliner Moschee zum letzten Mal so sah, wie wir sie von Postkarten kennen: ein im Stil indischer Moscheen der Mogulzeit errichteter viereckiger, von einer Kuppel gekrönter und von zwei schlanken Minaretten flankierter, mit Zinnen und Steinlaternen geschmückter Bau, da ahnte ich nicht, dass ich sie so nie wiedersehen würde. Und wenn mir damals jemand gesagt hätte, dass ich in dieser Moschee, die dann aber nicht dieselbe war, nur sieben Jahre später das Amt eines Imam ausüben würde, dann hätte ich wohl eine solche Prognose als völlig utopisch von mir gewiesen. 

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Islam in Deutschland

die 50er und 60er Jahre aus der Sicht eines Zeitzeugen

Leichtsinnig habe ich dem Ansinnen unserer Studenten nachgegeben und mit der besten Absicht zugestimmt, über die Entwicklung des Islam in Deutschland einen Artikel zu verfassen.
Als ich jedoch aus meiner Erinnerung diesen Bericht schreiben wollte, wurde mir erst die Problematik klar:
Man kann mich überhaupt nicht als einen Geschichtsschreiber ansehen oder gar akzeptieren, weil mir ganz einfach die Daten fehlen, an denen ich Ereignisse festmachen könnte. Wenn jemand wie ich täglich mit vollem körperlichen und geistigen Einsatz im islamischen Leben steht, dann fehlt zu einer geschichtlichen Betrachtung ganz einfach der Abstand, den man braucht, um Abläufe objektiv beurteilen zu können. Zwar gibt es ein Photoalbum voller Bilder mit jungen, hübschen Muslimen und hochgestellten Persönlichkeiten der islamischen Ummah, die ich im Laufe der Zeit kennen gelernt hatte. Aber nirgendwo steht ein Datum.

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Islam in Deutschland - Eine Prise Geschichte

Von Murad Wilfried Hofmann

1989 fand im Berliner Gropius-Bau eine großartige Ausstellung zum Thema „Europa und der Orient 800 -1900" statt, Darin wurden die schier unzähligen islamischen Einflüsse auf alle Bereiche der okzidentalen Kunst aufgezeigt, sei es in Malerei, Architektur, Musik, Handwerk, Etikette, Sprache oder Mode. Im Gegensatz dazu war der religiöse Einfluß des Islam auf Europa in dieser langen Periode minimal geblieben. Dies trifft auf Deutschland besonders zu, da es im Gegensatz zu Spanien, Frankreich, Italien und Österreich nie eine muslimische Belagerung oder gar Besetzung erfahren hatte. Die Araber kamen 732 nicht weiter als bis Tours und Poitiers, und die Türken bissen sich an Wien wiederholt, 1529 und 1683, die Zähne aus.