Aktuelles

der Deutschen Muslim Liga

Die Rede des DML-Vorsitzenden als Vertreter des ZMD auf der Anti-AfD-Demo in Hannover Anfang Dezember 2017

 

Liebe Demonstranten und Freunde, liebe Bürgerinnen und Bürger Hannovers, heute ist ein wichtiger Tag für uns alle.

Ich bin stolz darauf, dass wir gemeinsam  gegen den grassierenden Rechtsextremismus und Rechtspopulismus in unserem Land Haltung zeigen!

Ihr seid großartig, dass ihr die Hand der Solidarität, des Friedens, des Salaams, des Schaloms weit ausgestreckt haltet, und dass ihr für ein Deutschland der Vielfalt einsteht!

Wir stehen hier zusammen und sagen klar und deutlich: Keine Toleranz der Intoleranz. Kein Hass und Menschenfeindlichkeit auf unseren Straßen und im Internet. Nein zum antijüdischen Rassismus. Nein zum antimuslimischen Rassismus! Nein zu jeder Form von Rassismus und Extremismus! (...)

 

Artikel zur Demo: https://www.ndr.de/nachrichten/niedersachsen/hannover_weser-leinegebiet/AfD-Parteitag-endet-ohne-weitere-Stoerungen,afd1380.html

 

Die ganze Rede hier:

Rede Georgsplatz Hannover.pdf
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Peter Schütts neues Buch “Mein Jihad für die Liebe”

Eine Rezension von Michael Baade im  "Neuen Deutschland"

 

Seit Friedrich Rückert ist wohl kaum ein deutscher Dichter so tief in den Orient gereist wie Peter Schütt. Angeregt von Tschingis Aitmatow und Rady Fish, hatte der gläubige Kommunist in seinen drei Sowjetunion-Reportagen vor allem die mittelasiatischen Republiken beschrieben. Nach dem Zusammenbruch der UdSSR bekannte er sich 1991 öffentlich zum Islam. 1996 unternahm er eine Pilgerfahrt nach Mekka und veröffentlichte sein Bekenntnisbuch »Von Basbeck am Moor über Moskau nach Mekka«. Er war zweimal mit iranischen Frauen verheiratet, kennt vor allem Iran aus eigenem Erleben und setzt sich heute als Sprecher der deutschsprachigen islamischen Gemeinde in der Blauen Moschee an der Hamburger Alster für den interreligiösen Dialog zwischen Muslimen, Christen und Juden ein.

 

Aus diesem Reichtum an Lebenserfahrungen schöpft der 77-Jährige in seinem scheinbar aus der Zeit gefallenen lyrischen Alterswerk. Zwei Jahre nach »Peterchens Mondfahrt. Hundert Gedichte aus fünfzig Jahren« - der Titel verweist auf den ersten Lehrmeister des Autors, auf Bertolt Brecht - errichtet Peter Schütt für seine aus »Kannitverstan« (gemeint ist Pakistan) stammende, fast gleichaltrige Geliebte ein poetisches Taj Mahal aus 60 westöstlichen Liebesgedichten: »Altweibersommernachtstraum«. Seinen mal innigen und mal flammenden Versen fügt der religiöse Sozialist und Pazifist ein streitbares Nachwort hinzu: »Mein Jihad für die Liebe«, in dem er voller Leidenschaft mit den salafistischen Liebestötern in den muslimischen Kernländern, aber auch in den hiesigen Moscheegemeinden ins Gericht geht - ein Beitrag zur aktuellen Integrationsdebatte, der mehr Einfühlungsvermögen in fremde Kulturen zeigt, als so manche theoretische Abhandlung.

 

Als »gelehrter Dichter« spart Schütt nicht mit Anspielungen auf deutsche Dichter, die ihm auf dem Seelenflug in den Osten vorausgeflogen sind, auf Claudius, Klopstock, Goethe, Heine, Rückert, Rilke und Brecht. Aber mehr noch bezieht er sich auf die Altmeister der orientalischen Liebesdichtung, auf Rumi, Hafez und Nizami. Er steigert sich selbst in die Rolle des liebestollen Madschnun hinein, der für seine Laila durchs Feuer geht. Seine am häufigsten zitierte Quelle ist der Koran, den er erotisch, mystisch und kosmisch als Lehrbuch zur Menschen- und Gottesliebe deutet. Mit frommer List und mit Spürsinn für die Mehrdeutigkeit von Sinnbildern und Metaphern gelingt es ihm, die Gottesliebe mit der sinnlichen Liebe in Einklang zu bringen. Peter Schütts zwölfter Lyrikband ist mit auf den Text bezogenen arabischen Kalligrafien von Ahmed Kreusch illustriert.

 

Fünf seiner Gedichte sind von erfahrenen Übersetzern ins Arabische, Persische, Türkische, Indonesische und Urdu übertragen worden und stehen im Buch neben dem Original. Sie unterstreichen den Wunsch des Autors, auch in der islamisch geprägten Welt Gehör zu finden.

 

Peter Schütt: Altweibersommernachtstraum. Westöstliche Liebesgedichte. Mit Kalligrafien von Ahmed Kreusch. Theorie & Praxis Verlag, 186 S., br., 18 €. NEUES DEUTSCHLAND, 23.11.2017, S. 9 LITERATUR

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ZURÜCK AUS KERBELA, ein Reisebericht von Peter Schütt

 

Liebe Freundinnen und Freunde, liebe Schwestern und Brüder:

 

Am Samstagabend bin ich sehr erschöpft, aber erfüllt von Dankbarkeit und glückseligen Empfindungen heimgekehrt von meiner Pilgerfahrt ins irakische Kerbela. All den vielen, die mir eine gute Fahrt gewünscht haben, sage ich Dank. All denen, die mir einen Gebetswunsch mit den auf den Weg gegeben habe, kann ich versichern, dass ich sie nicht vergessen habe.

 

Zusammen mit meiner besten Freundin, gemeinsam mit einer Gruppe von mehr als 300 Gläubigen aus ganz Westeuropa, die der grünen Fahne unseres Islamischen Zentrums gefolgt sind (das ist wortwörtlich zu verstehen, man braucht so ein Erkennungszeichen) und Hunderttausenden Pilgern vor allem aus Asien habe ich mich vom Imam-Ali-Schrein in Nadjaf aus auf die dreitägige Arbain-Karawane gemacht, die zur Grabmoschee von Hussein in Kerbela führt. Die Karawane war mit Strapazen, Beschwernisse und Schmerzen verbunden, wie ich sie vorher in meinem Leben noch nie erlitten habe. Ich bin an meine Grenze gestoßen und habe sie, so Gott will, mit Seiner Kraft überwunden. Aber ich habe auch immer wieder Brüder gefunden, die mich förmlich auf Händen getragen habe.

 

Als einziger zumindest in unserer Gruppe habe ich versucht, mich unterwegs ohne warmes Wasser und Spiegel zu rasieren. Alle anderen trugen schlicht Bart und hatten das nicht nötig. Unter den Europäern war ich mit meinen 77 Jahren der älteste Pilger. Ein bekannter iranischer Filmemacher, Jussuf Maliki, hat mich während des gesamten Pilgerwegs von 90 Kilometern mit seiner Kamera begleitet und bereitet aus seinem Material eine Reportage vor. Sein Arbeitstitel: „Ein deutscher Madschnun sucht sein Liebesglück in Kerbela“. Poesie und Humor sind eingeplant. Eine besondere Ehre wurde mir bei meiner Ankunft am Schrein Husseins zuteil. Das iranische Fernsehprogramm Jam-e-Jam, dessen Arbain-Studio sich direkt am Heiligtum befindet, hat mich am Donnerstagmittag vor dem Gebet zu einem halbstündigem live-Interview vor der Goldenen Kuppel eingeladen. Ich habe darin über meinen Weg zum Islam erzählt und vor allem die Nähe zwischen Jesus und Hussein hervorgehoben. Beide haben ihr Leben für Gott gegeben, mussten an ihren Häuptern „voll Blut und Wunden“ unermesslichen Schmerz ertragen und wurden so für die Menschheit über alle Zeiten und Grenzen hinweg zu Blutzeugen für Gottes Barmherzigkeit und Liebe.

 

Der Pilgerweg durch die Wüsten des irakischen Südens entspricht dem Zug des Volkes von Mose durch die Wüste. Für mich wurde die Arbain-Karawane zum „Mekka der Armen“ zur gefährlichsten, beschwerlichsten, denkwürdigsten und im spirituellen Sinne lohnendsten Reise meines Lebens. Ich möchte mich jetzt darin machen, in einem Pilgertagebuch meine Erlebnisse festzuhalten.

 

Salemaleikum Euch und Ihnen allen!

Peter Schütt

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Peter Schütt, Mitglied der DML, lobt die Türkei für ihren Einsatz für die Rohingya

Gegenüber der türkischen Nachrichtenagentur Anadolu hat der deutsch-muslimische Schriftsteller Peter Schütt, Mitglied der DML seine Hochachtung für die umfangreichen und und vorbildlichen Hilfsaktionen der türkischen Regierung und der Wohltätigkeitsverbände des Landes gegenüber den vom Völkermord bedrohten Rohingyas in Myamar zum Ausdruck gebracht.

 

Die türkische Regierung, so Schütt, handelt in diesem Fall im Namen des Weltgewissens. Ihre Solidarität nicht nur in Worten, sondern auch in wirksamen Taten beschämt nicht nur all diejenigen Staaten des Westens, die sich so gern als die Verteidiger der Menschenrechte weltweit darstellen, sondern leider Gottes auch die allermeisten islamischen Länder und die Islamische Weltliga, die für ihre verfolgten Glaubensgeschwister bislang keinen Handschlag gerührt haben.

 

Die deutsche Regierung forderte der Autor auf, trotz Wahlkampf dem türkischen Beispiel zu folgen und unverzüglich Rettungsschiffe, Lebensmittel und Sanitäter in die Region zu senden.

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ABRÜSTEN TUT NOT -

PETER SCHÜTT ZUM STREIT ZWISCHEN DEUTSCHLAND UND DER TÜRKEI

Interview mit dem Schriftsteller Peter Schütt, gesendet vom deutschsprachigen Programm des iranischen Rundfunks (Irib) am 22.8.17, 18.23 Uhr – Gesprächspartner A. Sharokny

 

(Dies ist keine wörtliche Wiedergabe, sondern eine inhaltliche Zusammenfassung des Interviews)

 

Frage: Wie beurteilen Sie die gegenwärtigen Spannungen zwischen Ihrem Land und der Türkei?

Schütt: Ich empfinde sie als ärgerlich, als bedauerlich und in der Sache zum größten Teil unbegründet. Meinungsverschiedenheiten hat es immer gegeben, und wird es vermutlich immer geben, aber jetzt werden diese Unterschiede aufgebauscht und hochgeschaukelt. Es sieht aus, als wollten einige Scharfmacher einen regelrechten Kulturkampf inszenieren. Ich meine, es ist an der Zeit, zurückzurudern, abzurüsten und den Krieg der Worte, der starken Worte und Wahlkampfreden einzustellen.

 

Frage: Wem sagen Sie das?

Schütt: Beiden Seiten. Der Konflikt kommt mir vor wie ein Streit unter Brüdern, und darum klingt er auch besonders heftig. Theater ist dabei. Einer will dem anderen die Schau stehlen.

 

Frage: Unter Brüdern, sagen Sie. Sind Türken und Deutsche wirklich Brüder?

Schütt: Ja. Die Türkei ist für uns Deutsche das nächste, das nächstliegende islamische Land. Die guten Beziehungen zwischen Deutschland und dem Osmanischen Reich sind Jahrhunderte alt. Und dann sind schließlich Millionen türkische Zuwanderer in unser Land gekommen. Sie haben Deutschland mit aufgebaut, sie haben unser Land wirtschaftlich und kulturell in vielfältiger Weise bereichert. Das lässt sich nicht einfach mit kraftmeierischen Worten aus der Welt schaffen.

 

Frage: Wer ist schuld an der gegenwärtigen Krise?

Schütt: Bei einem Streit unter Brüdern haben sicher beide ihren Anteil. Aber Gott sei Dank: es ist kein Streit zwischen den Menschen. Ich lebe in einer Nachbarschaft, die fast zur Hälfte türkisch ist. Vor bei uns, im Haus, vor dem Haus und im Wohngebiet spielt der politische Konflikt nicht die geringste Rolle. Streit machen bestimmte Politiker, sie machen Stimmung, sie machen Wahlkampf, sie werben um die Stimmen der AfD-Anhänger und machen dadurch alles nur schlimmer.

 

Frage: Aber der Streit ist plötzlich ausgebrochen, er hat seine Vorgeschichte. Was denken Sie?

Schütt: Sie haben Recht. Es begann ja schon mit den Beitrittsverhandlungen zur Europäischen Union. Die deutschen Verhandlungspartner haben selten mit offenen Karten gespielt, sie haben die Türkei vor sich hergetrieben und wie einen Schulmeister abgekanzelt. Es ging ihnen hauptsächlich darum, dem kranken Mann am Bosporus das alleinseligmachende westliche Demokratiemodell einzureden. Aber welche Regierungsform die Türken wählen, das ist ihre eigene Sache, das müssen sie selber entscheiden.

 

Dann kam die unselige Armenien-Resolution des Deutschen Bundestages. Ein Dokument der moralischen Besserwisserei. Wir Deutschen sind die Hauptverantwortlichen für den Holocaust, das größte Verbrechen in der Geschichte der Menschheit seit Kain und Abel, und wir sollten anderen Völkern gegenüber Demut üben und ihnen nicht mit dem moralischem Zeigefinger drohen. Es ist den Armeniern ganz gewiss unendliches Leid zugefügt worden, und das deutsche Militär als enger Verbündeter der Jungtürken hat daran seinen nachweislichen Anteil. Wenn sich die Resolution auf diesen Aspekt beschränkt hätte, wäre das meines Erachtens in Ordnung gewesen.

 

Zu Recht ist die türkische Seite enttäuscht über die offiziellen Reaktionen aus Deutschland über den gescheiterten Putschversuch im vergangenen Sommer. Der Verdacht kam auf, als würden Teile der deutschen Politik heimlich mit den Putschisten sympathisieren oder sogar zusammenarbeiten. Die Gülen-Bewegung wurde sicher verharmlost, obwohl ihre Intoleranz gegenüber Andersdenkenden den deutschen Behörden bestimmt bekannt war. Ich muss aber zugeben, dass Präsident Erdogans öffentliches und lautstarkes Auftreten es der deutschen Seite auch nicht leicht macht, ihm die Hand zur Versöhnung entgegen zu strecken. Die Verfolgungsmaßnahmen gegen die Putschisten und ihre Anhänger, aber auch gegen einzelne deutsche Staatsbürger, erfüllen auch mich mit Sorge.

 

Frage: Was ist zu tun? Wer könnte in dem Streit vermitteln?

Schütt: Am besten, meine ich die in Deutschen lebenden Türken. Sie sitzen zwischen den Stühlen, sie sind vermutlich die Hauptleidtragenden, aber darin kann auch eine Chance liegen. Sie haben ein Ohr zu beiden Seiten, und sie haben ein unmittelbares Interesse an der Verbesserung der Beziehungen.

 

Frage: Wie könnte das geschehen?

Schütt: Vielleicht gleichsam vor der eigenen Haustür. Das höchste Fest der Muslime, das Opferfest, steht vor der Tür, und von mehrere türkisch geprägten Moscheen hier in Hamburg weiß ich, dass sie aus Anlass des Festes ihre deutschen Nachbarn und Freunde zu Begegnungen und Empfängen einladen wollen. Das wäre eine gute Gelegenheit, sich über alles auszutauschen, was nur im gegenseitigen Gespräch geklärt werden kann.

 

Internationale Tagung deutschsprachiger Islamologen

- "Islam als Bereicherung Deutschlands" - Themen u.a. Islam, Demokratie und Grundgesetz / Inklusive Vortrag des DML Vorsitzenden

Hier der Link zum Konferenzbericht.

 

Neue Bücher von Peter Schütt:

Unser DML-Mitglied Peter Schütt hat ein neues Buch mit dem Titel „Altweibersommernachtstraum geschrieben. Hier veröffentlicht er seine Westöstlichen Liebesgedichte. Mit einem Nachwort: Mein Jihad für die Liebe.“ (180 Seiten) Das Buch ist zum Preis von 16.00 Euro im „Theorie und Praxis-Verlag“, Goldbachstr. 2, 22765 Hamburg, Mail: info@tup-verlag.com, Tel. 040/38086 906  beziehbar.

 

Das zweite Buch von Peter Schütt trägt den Titel „Mein pro-aging-Manifest. Heiterkeit und Weisheit des Alters. Mit Illustrationen von Manfred Kubowsky“. Erschienen ist es als kleines Quadratheft im Verlag „Weimar Art“ in der Goethestadt Weimar (nordwindpress@gmail.de).

 

Peter Schütt im Interview mit dem irakischem Fernsehsender Kerbela TV

Peter Schütt, Schriftsteller und bekennender Muslim, hat Hamburg als Hauptstadt der Toleranz und des interreligiösen Dialogs gelobt:

 

"Wir haben nicht nur eine wunderbare Elbphilharmonie. Das Zusammenspiel der Religionen hat bei uns eine lange und bewährte Tradition - seit Lessings Zeiten. Unsere Patriotische Gesellschaft setzt sich seit 250 Jahren für Vernunft, Toleranz und Religionsfrieden ein. An der Akademie der Weltreligionen lehren, forschen und lernen seit zehn Jahren Juden, Christen, Muslime, Buddhisten und Hinduisten wie in einem philharmonischem Orchester zusammen, ein Leuchtturmprojekt, das auf der ganzen Welt seinesgleichen sucht."

 

Peter Schütt wies daraufhin, dass in Hamburg christliche und muslimische Gemeinden eng in der Flüchtlingshilfe zusammenarbeiten und dass Christen, Muslime und Juden regelmäßig gemeinsam für den Frieden im Nahen und Mittleren Osten beten.

 

"Die Möglichkeiten unserer lokalen Friedensarbeit sind sicher begrenzt, aber vielleicht  können wir vor der Welt ein bescheidenes Zeichen dafür setzen, dass die verschiedenen Religionen von Gott nicht offenbart wurden, um Hass und Gewalt zu säen, sondern um untereinander und unter den Menschen Frieden zu stiften. Ohne Religionsfrieden gibt es keinen Weltfrieden."

 

 

Unser Neu-Mitglied Hajer D. hat sich mal ihren Frust von der Seele geschrieben. Das Resultat ist lesenswert. Hier der Text:

 

Dass dem Kopftuch in Deutschland jemals so viel Aufmerksamkeit geschenkt wird, hätte ich nicht gedacht. Ich bin in Deutschland aufgewachsen. Mit einem Tuch auf dem Kopf. Natürlich war das irgendwie anders. Ich sah ja auch schließlich anders als die meisten aus. Aber es war nie fremd. Denn Kopftuch hat auch in Europa lange Tradition. Dass es jetzt im Westen oft als Symbol ewigen Rückschritts oder mangelnden Integrationswillens gedeutet wird, liegt unter anderem daran, dass das Kopftuch politisiert wird. Ja sogar ganze Religionen werden für politische und wirtschaftliche Zwecke missbraucht. Aber Missbrauch und Gier gab es schon immer. Trotzdem werden sie nicht bekämpft. Nein. Man macht sich an die ran, die man dieses Mal als Sündenböcke auserkoren hat. Geehrt fühle ich mich nicht wirklich. Aber leider langsam gehetzt.

 

Wann wollen wir endlich verstehen, dass die bloße Religionszugehörigkeit Menschen nicht besser oder schlechter machen? Ich bin Muslima. Ja. Deshalb bin ich nicht automatisch besser als andere. Aber auch nicht schlechter. Oder krimineller. Aber langsam fühle ich mich gehetzt.

 

Ich werde beschimpft. Beleidigt.  Angerempelt. Ausgelacht. Ja manche meiner „Leidensgenossinnen“ sogar körperlich angegriffen. Manchmal angespuckt.  Ich soll sogar befreit, beschützt werden! Vor wem? Von wem? Vielleicht brauche ich Schutz. Ja. Aber eher von denjenigen, die mir ihren „Schutz“ aufzwingen wollen.

 

Man sieht nicht MICH. Sondern mein Aussehen. Dabei sagt das Aussehen so wenig aus. Über mein Charakter oder meine Qualitäten. Dabei rühmen wir uns mit Werten die edler nicht sein können. Menschenrechte ohne Ende. Gleichstellung von Mann und Frau. Aber leider nicht die Gleichstellung von Mensch und Mensch. Denn langsam fühle ich mich gehetzt.

 

Nebenbei noch: Klar, wir sind nicht Burka. Menschen können keine Tücher sein. Denn ICH trage das Tuch und nicht das Tuch mich.

 

 

Anschlag in Quebec - globale Islamfeindlichkeit wächst

- ein Artikel vom DML-Vorsitzenden M. Belal El-Mogaddedi

Heute empfängt Bundeskanzlerin Merkel Kanadas Premierminister Justin Trudeau im Kanzleramt. Leider haben beide Länder ein gemeinsames Problem, die steigende Islamfeindlichkeit und vermehrten Anschläge auf Muslime und ihre Einrichtungen.
Deutsche Muslime sind dem kanadischen Premierminister dafür dankbar, dass der den Anschlag auf eine Moschee in Quebec als das bezeichnet hat was er ist: Terrorismus. Gleichzeitig wundern sich Muslime in Deutschland darüber, dass die Medien und die Politik in Deutschland sich diese Beschreibung nicht zu eigen machen wollen und sich linguistisch davon distanzieren. Die Signale, die man damit an Muslime aussendet, besonders an junge Muslime, sind verheerend. (…)

Der ganze Text hier: http://www.islam.de/28442

 

19 Sekunden

Der Terroranschlag auf Muslime in Quebec war dem Flaggschiff der deutschen Nachrichtensendungen, der „tagesschau“, ganze 19 Sekunden von 15 Minuten Berichterstattung wert. Hier der Protest-Brief von M. Belal El-Mogaddedi an die zuständige Redaktion in Hamburg, die das Schreiben bis heute nicht beantwortet hat:

 

Dr. Kai Gniffke

Persönlich

NDR/ARD-aktuell
Hugh-Greene-Weg 1
22529 Hamburg

redaktion@tagesschau.de

Betreff: "tagesschau" vom 30.01.2017

 

Sehr geehrter Herr Gniffke

 

gestern (am 30.01.2017) habe ich mir die "tagesschau" auf der ARD angesehen. Der Terroranschlag von Quebec, den man aber nicht Terroranschlag nannte (Ein linguistischer Distanzierungsmarker? Oder wird Terrorismus seitens der ARD ausschließlich auf Muslime projiziert?), auf muslimische Betende in Quebec, mit sechs Toten und fünf zum Teil schwer verletzten Muslimen, war Ihrer Nachrichtenredaktion ganze 19 Sekunden von insgesamt 15 Minuten Berichterstattung wert.

 

Die Nachricht zum anti-muslimischen Terroranschlag in Quebec war die drittletzte (!) Meldung der Sendung, nach dem Rücktritt von Bahnchef Grube (als ob dieser ein Weltuntergang wäre.), dem von Trump erlassenen rassistischen Einreiseverbot (das bereits anderweitig vorwärts und rückwärts diskutiert worden war.), Bundeskanzlerin Merkels Äußerung dazu (okay, nicht uninteressant), der Äußerung der DIHK/Industrie- und Handelskammer zu Trump (die vollkommen unwichtig war.), einem Bericht zum Ukraine-Konflikt (der uns schon seit Jahren beschäftigt und überhaupt keine nachrichtliche Neuigkeit darstellt.), Fragen nach Martin Schulz's Wahlprogramm (das es noch nicht gibt.), Wahl des Präsidentschaftskandidaten der französischen Sozialisten (eine Person, die kaum jemand kennt, und die die Wahl laut Analysten bereits jetzt schon verloren hat!).

 

Muslime, die durch nicht-muslimische, rassistische LePen-Anhänger (LePen's Tote?) ermordet werden, scheinen keinen nachrichtlich relevanten Stellenwert bzw. nachrichtliche Priorität bei der ARD zu besitzen. (Von Brennpunkt oder Sondersendung ganz zu schweigen.)

 

Können Sie mir diesen entwürdigenden und beschämenden Vorgang bitte erklären?

 

Als deutscher Gebührenzahler bin ich angesichts dieser ausgrenzenden und die Muslime degradierende Beschaffenheit der Nachrichtensequenz Ihrer Sendung nicht nur fassungslos sondern auch hochgradig empört.

 

In Erwartung Ihrer klärenden Stellungnahme, verbleibe ich,

 

mit freundlichem Gruß

 

M. Belal El-Mogaddedi

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Wir trauern mit den Opfern des terroristischen Anschlage von Kabul,

bei dem heute (31.5.) über 100 Menschen ermordet

und Hunderte verletzt wurden.

Dieser menschenverachtende Anschlag beweist

 – Achtung, Islamophobiker aufgepasst

 DER TERRRORISMUS IST UNSER ALLER FEIND!

 

Link zu aktuellen Nachrichten aus Kabul: http://www.aljazeera.com/news/2017/05/huge-blast-rocks-kabul-diplomatic-area-170531040318591.html

 

Wir von der DML sind der Auffassung: Wer immer noch denkt, dass Afghanistan ein sicheres Herkunftsland sei

und Menschen dorthin abgeschoben werden dürfen,

handelt kriminell und unmenschlich.

 

 Wir rufen alle Moschee-Gemeinschaften dazu auf,

 für die Opfer und die Hinterbliebenen zu beten.

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 Wir wünschen allen einen gesegneten und segensreichen Ramadan.

Möge Allah unser Fasten, unsere Gebete und unsere Bittgebete annehmen. Möge Er den Verletzten und Hinterbliebenen von staatlichen und

nicht-staatlichen Terrorismus in diesen schweren Zeiten

 Geduld und Kraft schenken.

Amin

DML-Mitglied Peter Schütts Beitrag aus Anlass des diesjährigen Valentinstages

 

ZUM VALENTINSTAG:

 

MEIN ALTWEIBERSOMMERNACHTSTRAUM und MEIN JIHAD FÜR DIE
LIEBE

 

Zum heutigen Valentinstag wünsche ich allen Liebenden, gleichen welchen Geschlechts, welchen Alters, welcher Sprache, welche Hautfarbe und welcher Religion Glück, Erfüllung und Gottes Segen. Der Heilige Valentin war der Legende nach ein Priester, der Paare heimlich getraut hat. Seine Verehrung als Schutzpatron der Liebenden ist älter als gemeinhin angenommen. Ein Gedicht des englischen Dichters Chaucer feiert den Valentinstag als den Tag, an dem die Vögel Hochzeit feiern und mit dem Nestbau beginnen. Auch im Iran und in anderen islamischen geprägten Ländern erfreut sich der Tag steigender Beliebtheit – vor allem bei Liebenden, die ihre Liebe verheimlichen müssen. In Saudi-Arabien wurde er darum in aller Form verboten.

 

 

 

Ich nehme diesen Festtag der Liebe zum Anlass, um im stolzen Alter von 77 Jahren das bevorstehende Erscheinen meiner neuen Sammlung von Liebesgedichten anzukündigen: „Altweibersommernachtstraum. Westöstliche Liebesgedichte. Mit einem Nachwort: Mein Jihad für die Liebe.“

 

(180 Seiten, 16.00 Euro im Theorie und Praxis-Verlag, Goldbachstr. 2, 22765 Hamburg, Mail: info@tup-verlag.com, tel. 040/38086 906).

 

 

 

Um heimliche Liebe geht es auch in meinem poetischem „Taj Mahal“ für meine

 

unnahbar nahe Geliebte. Wir mussten unsere Annäherung jahrelang geheim halten, und auch meine Texte hüten das Geheimnis. Meine Angebetete trägt einen Phantasienamen, und das Land, aus dem sie stammt, heißt: Kannitverstan.

 

 

 

Mit meiner Liebeslyrik stelle ich mich bewusst in eine altehrwürdige Tradition. Ich greife Motive aus Goethes „westöstlichem Diwan“ und von Claudius, Klopstock und Rückert auf. Aber vor allem beziehe ich mich aber auf die Altmeister der orientalischen Liebesdichtung, auf Rumi, Hafez und den Laila-und-Madschnun-Schöpfer Nizami. Meine am häufigsten zitierte Quelle ist der Koran, den ich erotisch, mystisch und kosmisch als Lehrbuch zur Menschen- und zur Gottesliebe lese – im erklärtenWiderspruch zu all den Wortverdrehern, die das Heilige Buch der Muslime mit einem Strafgesetzbuch verwechseln.

 

 

 

Mein 12. Gedichtbuch ist ebenso kunst- wie anspruchsvoll mit Kalligraphien und Federzeichnungen von Ahmed Kreusch, der auch den Umschlag – eine rote Rose mit der „Bismillah“ - gestaltet hat, illustriert. Fünf von meinen sechzig Gedichten sind von erfahrenen Übersetzern ins Arabische, Persische, Türkische, Indonesische und Urdu übertragen worden. Sie stehen im Buch neben dem Original und unterstreichen meinen Wunsch, mit meinen Versen auch in die islamisch geprägte Welt hineinzuwirken.

 

 

 

Am Nourusfest, dem Tag des Frühlingsanfangs, am Montag, dem 20. März 2017, um 19.00 Uhr möchte ich mein Buch in der „Paschmin Art Gallery“, Gotenstr. 21, 20097 Hamburg, vorstellen. Prof. Dr. Karam Khella wird mich begrüßen, Ahmed Kreusch wird dabei sein, und meine Übersetzer werden ihre Übertragungen vortragen.

 

 

 

Mit lieben Grüßen

 

Peter Schütt

 

Der „IS“ aus islamischer Perspektive.

Unser Vereinsmitglied M.B. El-Mogaddedi hielt im Rahmen eines Fachgesprächs mit dem Titel „Gottes Wille? „Islamischer Staat“ – Ausdruck religiösen Gewaltpotenzials oder profanen Machtstrebens? am 07.11.2016 einen Vortrag zum Thema: Der „IS“ aus islamischer Perspektive.

 

"(...) Der so genannte „Islamische Staat“, arabisch Da'esch, eine Abkürzung für „Daula Islamiyya fil Iraq wa Scham“, ist in Wahrheit ein Anti-Islamischer Staat. Nicht
wenige Muslime übersetzen das Kürzel „IS“ mit „Iblis Staat“. Iblis ist der Name
Satans im Quran, der „IS“ ist also für viele Muslime ein teuflisches Staatsgebilde.
Hiermit könnte aus einer muslimischen bzw. islamischen Perspektive eigentlich die
Diskussion über Da'esch bzw. „IS“ beendet werden. Doch so einfach macht es die
nicht-muslimische Umwelt einem Muslim nicht. (...)"

 

Der ganze Vortrag hier:

 

Fachgespräch Mogaddedi.pdf
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Erklärung der Deutschen Muslim Liga

zum Anschlag auf den Weihnachtsmarkt in Berlin:

 

"Wir trauern mit den Angehörigen, die ihre Liebsten verloren haben und beten und hoffen, dass die Verletzten wieder genesen. Voller Verachtung wenden wir uns von denen ab, die sich mit ihren schändlichen Taten hinter einer Religion verstecken. Mörder sind Mörder. Ob in Aleppo, Ankara oder Berlin.

 

Lasst uns in Deutschland, in Europa, in der Welt gemeinsam zusammenstehen. Lasst uns als Juden, Christen, Muslime, als Zweifler, Agnostiker und Atheisten den Gewalttätigen und Terroristen dieser Erde die Stirn bieten. Den Spaltern, den Nihilisten und denen, die andere Menschen verachten, Rassismus, Zwietracht und Hass säen, rufen wir laut entgegen: Ihr möget laut schreien, wahllos töten, aber ihr werdet nicht gewinnen". 

 

Im Quran, Sure Al-Maida, Vers 32 steht geschrieben:

„(…) wer einen Menschen tötet (…), es so sei, als hätte er alle Menschen getötet, und wer ihm das Leben erhält, es so sei, als ob er der ganzen Menschheit das Leben erhalten hätte.“

 

... und in einem Hadith des Propheten (sas) heißt es:

 

“Wer einen Menschen tötet, der einen Pakt mit den Muslimen geschlossen hat, wird nie den Duft des Paradieses riechen.” (Aus der Hadith Sammlung von Sahih Muslim)

 

“Seid gewarnt! Wer grausam und hart zu einer nicht-muslimischen Minderheit ist; oder ihre Rechte beschneidet; oder ihnen mehr aufbürdet, als sie ertragen können; über den werde ich [Prophet Muhammad] mich am Tag des Gerichts beklagen.”

(Aus der Hadith-Sammlung von Abu Dawud)

 

Diesen Geboten des Islam fühlt sich die überwältigende Mehrheit der Muslime verbunden.

 

Unsere Antwort auf den Anschlag in Berlin lautet:

Mehr Zusammenhalt - Mehr Einigkeit - Weniger Populismus - Weniger AfD

 

Muslime verurteilen den terroristischen Anschlag auf den Weihnachtsmarkt in Berlin auf das Schärfste

 

Der Koordinationsrat der Muslime (KRM) verurteilt den feigen terroristischen Anschlag auf den Weihnachstmarkt in Berlin auf das Schärfste.

 

„Terror hat wieder einmal sein schreckliches Gesicht gezeigt. Er macht keinen Halt vor unschuldigen Menschen und vor dem, was den Menschen heilig ist. In einer für die Christen sehr bedeutenden und besinnlichen Zeit brachte er Trauer und Leid in die Familien. Wir sind zutiefst erschüttert und verurteilen den feigen Anschlag auf das Schärfste. Wir sind mit unseren Gedanken bei den Opfern und ihren Angehörigen.“, so der Sprecher des KRM Erol Pürlü.

Wir rufen Dienstag um 17:00 Uhr zu einer Mahnwache an der Gedächtniskirche unter dem Motto "Gemeinsam gegen Hass" auf.

 

Der Koordinationsrat der Muslime wurde  2007 von den vier islamischen Verbänden DITIB, VIKZ, Islamrat und ZMD gegründet. Die DML ist Gründungsmitglied ZMD. (Foto rechts: Screenshot RBB Beitrag zur Gedenkveranstaltung in der Gedächtniskirche.)


Muslime gedenken und gratulieren zu Prophetengeburtstagen im Dezember

 

Jährlich (am 12. Rabi’ Al-Awwal islamischer Zeitrechnung) gedenkt die muslimische Welt der Geburt des Gesandten Allahs, Muhammad, Allahs Segen und Friede auf ihm, dem Siegel der Propheten. Er wurde als Barmherzigkeit für alle Welten gesandt, als Rufer zu Allah und als eine strahlende Leuchte, Allah segne ihn und schenke ihm Frieden. Seine Geburt war mit großen Zeichen und besonderen Ereignissen verbunden. Ganzer Artikel.

CARSTEN NIEBUHR IN LÜDINGWORTH GEEHRT

- Ein Bericht über unser Mitglied Peter Schütt

 

Herder, Goethe und Wieland nannten ihn „den ersten deutschen Hadji“ und zogen ihn gern zu Rate: Carsten Niebuhr. Seine „Reisebeschreibung nach Arabien und anderen umliegenden Ländern“, die l772-78 in drei Prachtbänden in Kopenhagen erschien, enthält in der Tat die erste genaue Beschreibung der Heiligen Stätten des Islam und der Wallfahrtsriten.

 

Niebuhr hatte von l761 bis 1767 im Auftrage des dänischen Königs den Orient von Kairo bis Bombay bereist und erforscht. Auch wenn er selbst nicht bis Mekka und Medina reisen konnte, hatte er doch während seines halbjährlichen Aufenthaltes im nahen Jeddah von der Pilgern so viele Berichte erhalten, dass er die muslimischen Heiligtümer exakt schildern und zeichnen konnte. Carsten Niebuhr wurde l733 als Bauernsohn in dem kleinen Ort Lüdingworth im Lande Hadeln, heute einem Stadtteil von Cuxhaven, geboren. Lange Zeit war er in seinem Heimatort so gut wie vergessen. Doch seit einigen Jahren bemüht sich der Geschichts- und Heimatverein des Dorfes mit bescheidenem Erfolg, die Erinnerung an seinen berühmtesten Sohn wieder zu beleben. Vor dem „Bauerndom“, einer spätromanischen Felssteinkirche, in der Niebuhr getauft und eingesegnet wurde, steht jetzt eine markante Statue des Bildhauers Frijo Müller-Belecke, die den Weitgereisten mit Turban, Kaftan und Säbel darstellt. In einem neu eingerichteten Gedenkraum werden Originalausgaben und Handschriften gezeigt.


Genau 250 Jahre nach dem Forschungsaufenthalt Niebuhrs in Jeddah und im Jemen haben die Lüdingworther Orientfreunde einen Gast eingeladen, der wie kein zweiter deutscher Autor berufen scheint, das Erbe des ersten deutschen Hadji zu würdigen,den deutsch-muslimschen Dichter Peter Schütt. Schütt, der in einerm Nachbardorf von Lüdingworth, in Basbeck am Moor, geboren und aufgewachsen ist, bekannte sich 1991 zum Islam, machte l996 seine Hadsch und veröffentlichte danach unter dem Titel „Von Basbeck am Moor über Moskau nach Mekka. Stationen einer Lebensreise“ seine Autobiographie, zu deren Beginn er sich ausdrücklich auf Carsten Niebuhr bezieht.


Im vollbesetzten Saal des „Norddeutschen Hofes“ berichtete der Autor am 30. November über die enorme Wirkung von Niebuhrs Reiseberichten, die rasch auch ins Englische, Französischen und bald darauf auch ins Persische, Russische und Arabische übersetzt wurden. Er trug eine auf plattdeutsch verfasste Ballade über einen legendären Haremsbesuch des Orientreisenden vor und berichtete den erstaunten Zuhörern, unter ihnen zwei Nachkommen Niebuhrs in achter Generation, über seine Eindrücke und Empfindungen bei der ersten Begegnung mit der Kaaba, die Niebuhr einst als „Stein der Weisen“ gedeutet hatte.

 

 

 

Eröffnung des reformjüdischen Friedhofs in Ohlsdorf

Unser Mitglied Peter Schütt war dabei. Hier sein Kurzbericht:

 

Heute Vormittag [06.10.2016] habe ich als Sprecher der Deutschsprachigen Muslimischen Gemeinde am Islamischen Zentrum in Hamburg an einer eindrucksvollen Zeremonie teilgenommen. Mit einer siebenmaligen Umkreisung des Gräberfeldes, mit Gesängen und dem Totengebet Kaddisch wurde am Rande des Ohlsdorfer Friedhofs der Friedhof der reformjüdischen Gemeinde in Hamburg feierlich eingeweiht. Als meinen Beitrag zu den Fürbitten für die Toten habe ich dafür gebetet, dass Gott den Seelen der von den Nazis ermordeten sechs Millionen Juden seinen Trost und seinen Frieden gewähren möge. In einem Gespräch mit Rabbiner Moshe Navon, dem Vorsteher der Liberalen Jüdischen Gemeinde, habe ich angemerkt, wie sehr sich die Bestattungsriten von Juden und Muslimen gleichen. Moshe Navon wünschte sich mehr Kontakte zwischen unseren Religionsgemeinschaften und verwies darauf, dass Juden- und Islamfeindschaft aus denselben düsteren Quellen schöpfen und am wirkungsvollsten von allen abrahamitischen Gläubigen bekämpft werden können.

Grußbotschaft von Landesbischof Gerhard Ulrich zum Ramadan 2016

 

Und der Gerechtigkeit Frucht wird Friede sein und der Ertrag der Gerechtigkeit wird

ewige Stille und Sicherheit sein (Jesaja 32,17)

 

Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Verantwortliche in den muslimischen Gemeinschaften,
liebe muslimische Gläubige!

 

Mit einem Wort des Propheten Jesaja aus unserer biblischen Tradition grüße ich Sie zum Festmonat Ramadan, der in diesen Tagen beginnt. Ich wünsche Ihnen auch im Namen der Gemeinden unserer Evangelisch-Lutherischen Kirche in Norddeutschland, im Namen meiner Mitbischöfe und der Kirchenleitung eine erfüllte Zeit des Fastens, des Gebets und der Koranlektüre. Mögen Sie diese Wochen stärken - in Ihren Familien und Gemeinden in Schleswig-Holstein, Hamburg und Mecklenburg-Vorpommern und in der Verbundenheit der weltweiten Gemeinschaft der Muslime, stärken im Glauben an den einen Gott, der uns alle geschaffen hat, erhält und unserem Ziel entgegenführt.
Ich bin dankbar, dass Sie in diesen Wochen immer wieder Geistliche unserer Kirche und viele Mitglieder unserer Kirchengemeinden zum Fastenbrechen und zum Austausch einladen und so die bestehenden vertrauensvollen Beziehungen weiter vertiefen. (...)

Die gesamte Grußbotschaft hier.

und die Grußbotschaft des Vorsitzenden des Rates der EKD,

Herrn Landesbischof Dr. Heinrich Bedford-Strohm

 


The European Muslim Network on the current situation in Aleppo and Syria.

 

(...) The sufferings of the people of Aleppo and the massive bombardment and destruction of the city make us speechless. The images reaching us from Aleppo remind us of the images of the Second World War that we have seen in books of history. Aleppo is bleeding to its death. The people of Aleppo, indeed the people of Syria are tired, they want peace, and they want an end to the conflict in their homeland. Only the extremists and some warlords benefit from the continuation of the ghastly war in Syria.

 

(...) in Aleppo crimes against humanity are committed against the people of Syria.
The European Muslim Network based in Brussels appeals to all sides involved in the war in Syria to assume responsibility for the suffering humanity of Aleppo.

 

(...) For the sake of the people of Aleppo, for the sake of peace in Syria both sides need to make fundamental concessions. Both sides have to face the fact that the continuation of war will not produce an ultimate winner of the war in Syria. All Syrians are losing in this war. After five years of war, devastation and immense sufferings it is without a doubt difficult for Syrians to negotiate with the enemy.

 

(...) Almost half a million of Syrians are dead, millions have been displaced internally or become refugees. How many more people have to die before reason silences the guns in Syria?

 

Der ganze Text hier:

1 EMN Statement on Syria.pdf
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Note 6 für die CSU - 

Islampapier voller Fehler und falschen Behauptungen.

 

Ein Mitglied der DML hat sich die Mühe gemacht und das Themenpapier des Arbeitskreises Migration und Integration der CSU mit dem Titel „Welcher Islam gehört zu Deutschland?“ durchgearbeitet. Wir haben die Kommentare unseres Mitglied zu dem sinnfreien Papier - im Originaltext Grün markiert - und sind gespannt darauf, was von diesem hanebüchenen Entwurf die CSU im November 2016 im Rahmen ihres Grundsatzprogramms nun verabschieden wird...

 

Hier kann das kommentierte Themenpapier abgerufen werden:

DML Kommentar CSU Themenpapier Islam.pdf
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Beim Thema Islam liegt die CSU leider oft falsch:  

 

Ausgehend von der folgenden Meldung:

Religionsbehörde entsandte 970 Imame nach Deutschland

 

Die türkische Regierung hat offenbar Einfluss auf Prediger in deutschen Moscheen. Die CSU will die Finanzierung der Programme stoppen. Bei deutschen Politikern stößt die Praxis der Entsendung von Imame.n auf starke Kritik.

 

http://www.zeit.de/politik/deutschland/2016-04/moschee-deutschland-tuerkei-imame

 

Wir bei der DML haben uns gefragt, wie es eigentlich bei den deutschsprachigen Christen im In- und Ausland ausschaut, und sind dabei auf diese interessanten Informationen gestoßen:

 

Import-Priester in Deutschland

 

Nach den aktuellsten Zahlen von 2011 sind 1.742 Priester aus dem Ausland in Deutschland tätig, davon 808 Weltpriester und 934 Ordenspriester. Schwerpunktländer, aus denen die ausländischen Priester stammen, sind Indien und Polen. Da sich die katholische Kirche als »Weltkirche« – also internationale Kirche – versteht, ist der gegenseitige Kontakt und Austausch der Katholiken (ob Laien oder Priester) verschiedener Nationen selbstverständlich und

 

wird vom Papst auch gefördert (z. B. durch die Einrichtung des »Weltjugendtags«). Ebenso wie ausländische Priester nach Deutschland kommen, gehen also auch deutsche Priester ins Ausland.

 

Auch interessant: Deutsche Priester im Ausland.

 

Das ist der Grund: „Seelsorge für deutschsprachige Katholiken, um  den eigenen Glauben im Ausland in der Muttersprache leben zu können.“

 

Das Katholische Auslandssekretariat der Deutschen Bischofskonferenz hat die Aufgabe, Seelsorge für deutschsprachige Katholiken anzubieten, die aus den unterschiedlichsten Gründen im Ausland leben, manchmal nur Wochen, manchmal auf Dauer. Für viele spielt dabei die Möglichkeit, den eigenen Glauben im Ausland in der Muttersprache leben zu können, eine wichtige Rolle. Das Auslandssekretariat gibt es seit 1921. Ursprünglich nur für Auswanderer gegründet, hat es inzwischen noch eine Reihe anderer Personen im Blick, wie zum Beispiel Touristen oder die sogenannten »Expatriates«, also Menschen, die häufig mit ihren Familien von ihrer Firma ins Ausland geschickt werden. Weltweit an ca. 120 Orten in 57 Ländern ist das Katholische Auslandssekretariat vertreten, darunter mit Gemeinden in Sydney, Paris oder São Paulo.“

http://www.dbk.de/fileadmin/redaktion/Zahlen%20und%20Fakten/Kirchliche%20Statistik/Allgemein_-_Zahlen_und_Fakten/AH_263.pdf

 

Export-Pfarrer im Ausland

 

Der EKD ist die Betreuung deutschsprachiges Christen, die im Ausland leben, ebenfalls ein wichtiges Anliegen. Auf der Webseite der EKD ist folgendes zu lesen:

 

„Rund 1,5 Millionen evangelische Deutsche leben im Ausland – für ein paar Jahre oder für immer. Der eigene Beruf, der des Partners und manchmal auch Fernweh haben sie von zu Hause fortgeführt. In den mit der EKD verbundenen deutschsprachigen evangelischen Gemeinden im Ausland finden sie eine religiöse und kulturelle Heimat.

 

In den Gemeinden wird, wie in Deutschland auch, gemeinsam Gottesdienst gefeiert. Hier erfahren Menschen Begleitung in allen Situationen des Lebens und erhalten Unterstützung, Beratung und Seelsorge. Besonders beeindruckend ist, wie sehr sich in der Fremde lebende Evangelische selbst im Gemeindeleben engagieren.

 

Die deutschsprachigen Gemeinden im Ausland pflegen die ökumenische Zusammenarbeit und bilden eine Brücke zu den Kulturen im Gastland. Es gibt sie auf allen Kontinenten: in Rom wie in Rio, in Kapstadt wie in Kuala Lumpur. 

 

Im Jahr 2015 hat die EKD in 89 deutschsprachige Gemeinden 108 Pfarrerinnen und Pfarrer entsandt – darunter 19 Ehepaare, die sich jeweils eine Stelle teilen. Darüber hinaus arbeiten auch pensionierte Theologinnen und Theologen mit.“

https://www.ekd.de/statistik/ausland.html

 

Für Muslime gilt offensichtlich: "Wenn zwei das Gleiche tun, ist es noch lange nicht das Selbe." Der Lateiner würde sagen: Quod licet Iovi, non licet bovi.

 

Wir von der DML sagen: Hier stimmt was nicht! 

 

 

إِنَّا للهِ وَإِنَّـا إِلَيْهِ رَاجِعونَ

 

"Wir gehören Allah, und zu Ihm kehren wir zurück." (Koran 2:156)

 

Der größte Boxer aller Zeiten, eine Legende des Sports und viel mehr noch ein Vorbild an Menschlichkeit und ein Verteidiger der Schwachen und Bedrängten, ist heute von uns gegangen. Wir trauern um Muhammad Ali.

 

Möge Allah, der Erhabene, sich seiner Seele annehmen

und ihn in Seine Barmherzigkeit einschließen!